Volle Fahrt für Vollverkleidung

KUL macht neue Seitenvollverkleidung für MAN LKWs in Rekordzeit serienreif. Folgeprodukte sind bereits am Weg.

Mehr als 20.000 Stück pro Jahr bis 2027 für MAN, ein Auftrag mit Umsatzpotenzial von über zehn Millionen €. Auf den ersten Blick möchte sich niemand so ein Geschäft entgehen lassen, schon gar nicht in einem allgemein schwächelnden Markt. Trotzdem war nicht jeder Mitbewerber bereit ein Angebot für die Ausschreibung der neuen Seitenvollverkleidung abzugeben. Zu komplex wirkte das Produkt und zu ambitioniert der Zeitplan.

„Wir haben schon in vergangenen Projekten bewiesen, dass wir auch komplexe Projekte vergleichsweise schnell umsetzen können. Deshalb vertrauen uns Kunden immer wieder solche Herausforderungen an.“, erklärt Andreas Raab, Projektmanager für Neuprodukte. Normalerweise würde man für solche Projekte mit einer Vorlaufzeit von zumindest einem Jahr rechnen. Das Projekt Seitenvollverkleidung für MAN startete im Mai 2024, schon im Herbst waren die ersten Bauteile beim Kunden. Das kann man vergleichen mit einem ICE, dem bei voller Fahrt neue Türen eingebaut werden.“, beschreibt Andreas das Projekt.

Denn trotz des ambitionierten Zeitplans waren die Rahmenbedingungen nicht optimal. Zu Projektstart war das Produkt seitens des Kunden noch nicht weit genug ausgereift, und auch bei einigen Zulieferteilen waren noch zu viele Fragen offen. Dabei wären in dieser kurzen Zeit schon intern genug dinge zu tun: Materialmanagement über Materialflusssteuerung, Änderungsleitstelle, Planung, Betriebsmittelbau, Qualität, Programmierung, Leitstand, Meister in der Produktion und Logistik, Lackierung, Versand, Controlling, Vertrieb und Einkauf. Alle hätten genug eigene „Hausaufgaben“.

Schnell, schneller, Steyr

Während alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen den Start der Serienproduktion vorbereiteten und nebenbei Qualitäts- oder Design-Themen bei Rohteilen bearbeiteten, wurden in der KUL-Prototypen-Werkstatt schon erste versandfertige Seitenvollverkleidungen vormontiert. Wieder ein Stolperstein, der Andere zu Fall bringen könnte. „Für solche Arbeiten ist unsere Prototypen-Werkstatt nicht gemacht, auch wenn die Stückzahlen klein sind“, macht Andreas Raab klar. „Der Raum für die Vormontage war sehr beschränkt, für Roh- und Versandmaterial oder fertige Produkte kaum Platz. Gleichzeitig mussten wir die Einzelteile noch viel öfter transportieren, weil aufgrund der offenen Themen bei manchen Rohteilen viel Nacharbeit nötig war.“

Deshalb lag der Fokus im Herbst auf den Umzug der Vormontage in die Serienproduktion und wieder war das Team seiner Zeit voraus. Schon Ende Oktober, statt wie geplant am 04. November konnten die ersten Seitenvollverkleidungen – wenn auch auf noch nicht voll ausgestatteten Arbeitsplätzen – in der Serienfertigung vormontiert werden. Ab jetzt dreht sich alle um den Ramp-Up, die Steigerung der Stückzahlen. Im März 2025 sollen rund 300 Stück ausgeliefert werden, bis August sollen es fast 2.500 werden.

Wie geht es weiter?

Ein einziges Produkt in Rekordzeit zur Serienreife zu bringen ist für Andreas Raab und das gesamte Team aber zu wenig. Zeitgleich arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen am Projekt TruE, einer Kotflügelblende für den neuen e-LKW von MAN. Wieder ist der Zeitplan ambitioniert, wieder traut sich kaum ein Mitbewerber das Projekt zu. Schon im Mai 2025 soll die Serienproduktion starten. Das Steyr Automotive Team rund um Andreas Raab ist zuversichtlich, dass ihre Steyr-DNA auch diesmal wieder möglich macht, was andere gar nicht erst versuchen.

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